
Italienische Konstrukteure von Aeffe optimieren Tauchroboter mit schmierfreien und korrosionsbeständigen Polymerlagern von igus
Köln, 23. Juli 2026 – Es ist das Grauen eines jeden Bootsbesitzers: Algen, Muscheln und Seepocken, die vor jedem Saisonstart vom Rumpf entfernt werden müssen. Die blinden Passagiere sollen sich künftig jedoch leichter beseitigen lassen: mit einem ferngesteuerten Tauchroboter namens KeelCrab des italienischen Unternehmens Aeffe. Doch damit der kleine Krabbler dauerhaft unter Wasser arbeiten kann, mussten die Entwickler eine Herausforderung beim Antrieb lösen. Eine Schlüsselrolle spielt dabei die Lagerung der Antriebsrollen mit schmierfreien Polymergleitlagern von igus.
Auf den ersten Blick wirkt alles ganz simpel: Der Besitzer lässt den KeelCrab zu Wasser. Mithilfe von Joystick und Kamera steuert er den Roboter über den Bootsrumpf, während zwei Bürsten Ablagerungen entfernen. Doch ganz so einfach war die Konstruktion dann doch nicht. Stichwort: Fortbewegung unter Wasser und über Kopf. Die Konstrukteure mussten einen unterwassertauglichen Antrieb entwickeln. Sie entschieden sich für eine Unterdruckpumpe, mit der sich der Roboter am Rumpf festsaugt, und zwei Raupenketten. „Hier war die Lagerung der vier Antriebsrollen ein echtes Problem“, erinnert sich Mattia Pagani, Entwicklungsingenieur bei Aeffe. „Wir suchten für den Unterwassereinsatz eine möglichst ausfallsichere und wartungsarme Lösung, die gleichzeitig das Gewicht des Roboters nicht zu sehr erhöht.“ Die Lösung für die Lagerung der vier Antriebsrollen fanden die Entwickler schließlich in Gleitlagern aus dem Hochleistungskunststoff iglidur X von igus.
Ausfallsichere Lager im Unterwassereinsatz
Ein Einsatz unter Wasser ist für viele konventionelle Lagerungen eine Herausforderung. „Klassische geschmierte Wälzlager kamen wegen der Korrosionsgefahr nicht infrage“, erklärt Mattia Pagani. Die aus Hochleistungspolymeren gefertigten igus Gleitlager sind hingegen korrosionsfrei. Ein weiterer Vorteil: Anders als viele Standardkunststoffe nimmt der Werkstoff iglidur X nur sehr wenig Feuchtigkeit auf. Die Lager bleiben maßhaltig, selbst im kontinuierlichen Kontakt mit Süß- oder Salzwasser. „Das ist eine wesentliche Voraussetzung für den dauerhaft zuverlässigen Unterwassereinsatz unseres Roboters.“
Leicht und wirtschaftlich
Doch nicht nur die Korrosionsgefahr spielte eine Rolle bei der Auswahl der Gleitlager für den Antrieb des Roboters. Die Konstrukteure legten gleichzeitig Wert auf ein geringes Gewicht und niedrige Betriebskosten. „Wir dachten kurz an einreihige Radiallager aus rostfreiem Ionox-Stahl mit Abdichtungen, die allerdings zu schwer und zu teuer gewesen wären“, sagt Mattia Pagani. „Die Polymerlager von igus wiegen aufgrund ihrer geringen Materialdichte rund 80 Prozent weniger als vergleichbare Metalllager.“ Gleichzeitig arbeiten sie dank integrierter Festschmierstoffe dauerhaft trocken. Schmierstoffe entfallen ebenso wie die damit verbundenen Wartungsarbeiten. Mattia Pagani: „Das reduziert die Betriebskosten über die gesamte Einsatzdauer, ein Vorteil, von dem letztlich auch die Betreiber der Roboter profitieren.“