Eine Ente auf Rollschuhen? Und dann ist sie auch noch ein Roboter? Genau das ist Microduck, ein neuer kleiner Roboter aus Frankreich. Er kann laufen, Gegenstände mit seinem Schnabel greifen, einen Ball treten und sogar selbstständig wieder aufstehen, wenn er umfällt.

Hinter dem niedlichen Aussehen steckt spannende Technik. Microduck wurde von Pollen Robotics entwickelt, einem französischen Robotikunternehmen, das seit 2025 zu Hugging Face gehört. Vorgestellt wurde der Roboter am 27. August 2026.
Was ist Microduck?
Microduck ist ein kleiner zweibeiniger Roboter, der ungefähr 25 Zentimeter groß und weniger als 800 Gramm schwerist.
Sein Aussehen ist ziemlich ungewöhnlich: Microduck erinnert zwar an eine Ente, besitzt aber nur ein großes Kamera-Auge. Arme hat er ebenfalls nicht. Dafür lässt sich sein Schnabel öffnen und schließen und wie ein kleiner Greifer benutzen.
Im Inneren arbeiten 15 Motoren, die Kopf, Hals und Beine bewegen. Dazu kommen eine Kamera, ein kleiner LiDAR-Abstandssensor und zwei Bewegungssensoren, sogenannte IMUs.
Mit diesen Sensoren kann der Roboter Informationen über seine Umgebung und seine eigenen Bewegungen erfassen.
Was kann Microduck?
Direkt nach dem Auspacken bringt Microduck bereits mehrere trainierte Bewegungen mit.
Er kann laufen, sitzen beziehungsweise in die Hocke gehen, Gegenstände mit seinem Schnabel greifen, einen Ball treten und nach einem Sturz wieder aufstehen.
Besonders lustig sieht Microduck mit seinen optionalen Rollen aus. Dann kann die kleine Roboter-Ente tatsächlich über den Boden rollen. Gesteuert werden kann sie unter anderem mit einem Gamecontroller.

Microduck kann außerdem verschiedene eigene Geräusche von sich geben. Einen Sprachassistenten wie Alexa oder ChatGPT sollte man sich darunter aber nicht vorstellen: Sprachverständnis gehört derzeit nicht zu den offiziell angegebenen Standardfunktionen.
Eine Roboter-Ente, die hinfallen darf
Dass Microduck manchmal hinfällt, ist kein Fehler. Genau darin steckt ein wichtiger Teil des Projekts.
Einem Roboter das Laufen beizubringen, ist nämlich ziemlich schwierig. Bei jedem Schritt müssen viele Motoren gleichzeitig richtig bewegt werden. Verlagert der Roboter sein Gewicht nur ein bisschen falsch, landet er auf dem Boden.
Microduck nutzt dafür Bewegungsmodelle, die mit Reinforcement Learning trainiert werden können. Auf Deutsch heißt das „bestärkendes Lernen“.
Du kannst dir das ungefähr so vorstellen: Eine KI probiert sehr viele Bewegungen aus. Gute Lösungen werden belohnt, schlechte bringen sie ihrem Ziel nicht näher. Nach vielen Versuchen entsteht eine Strategie, mit der sich der Roboter bewegen kann.
Erst im Computer, dann im echten Roboter
Natürlich wäre es ziemlich anstrengend, einen echten Microduck hunderttausendmal umfallen zu lassen.
Deshalb kann das Training zunächst in einer Simulation stattfinden. In dieser virtuellen Welt kann die Software Bewegungen immer wieder ausprobieren. Anschließend lässt sich ein trainiertes Bewegungsmodell auf den echten Microduck übertragen. Dieses Verfahren nennt man Sim-to-Real – also „von der Simulation in die Wirklichkeit“.
Genau das macht Microduck für Entwickler, Studierende und Robotik-Fans interessant. Sie können nicht nur mit dem Roboter spielen, sondern auch versuchen, ihm neue Bewegungen beizubringen.
Was steckt in Microduck?
Als kleiner Computer arbeitet im Roboter ein Rockchip RK3566 mit KI-Beschleuniger. Dazu kommen 1 GB Arbeitsspeicher und 32 GB Speicher.
Microduck besitzt außerdem eine Frontkamera, einen 8×8-ToF-LiDAR, zwei IMUs, Mikrofone, einen Lautsprecher, WLAN, Bluetooth und zwei NFC-Antennen. Der Akku ist herausnehmbar und soll ungefähr eine Stunde Betrieb ermöglichen.
Die Software ist Open Source. Entwickler können also den veröffentlichten Programmcode untersuchen und verändern. Das gilt allerdings nicht für den kompletten Roboter: Die mechanischen und elektronischen Konstruktionsdateien der Hardware sind laut Pollen Robotics nicht Open Source.
Was sagen die ersten Berichte?
Microduck ist brandneu. Deshalb gibt es bisher noch keine aussagekräftigen Langzeittests von normalen Käuferinnen und Käufern.
Die ersten Medienberichte beschäftigen sich vor allem mit dem ungewöhnlichen Konzept. TechCrunch hebt beispielsweise hervor, dass sich Bewegungen in einer Simulation trainieren und anschließend auf den echten Roboter übertragen lassen. The Verge zeigt sich besonders von der Mischung aus niedlichem Design, programmierbarer Software und den Rollschuhen angetan.
Das Interesse scheint groß zu sein. Business Insider berichtete wenige Tage nach der Vorstellung unter Berufung auf Hugging Face von Bestellungen im Wert von mehr als 2,6 Millionen US-Dollar innerhalb der ersten 24 Stunden.
Trotzdem gilt: Ob Microduck im täglichen Einsatz genauso gut funktioniert wie in den Vorführvideos, lässt sich erst beurteilen, wenn mehr Geräte tatsächlich bei ihren Besitzern angekommen sind.
Was kostet Microduck?
Zum Start wurde Microduck für 399 US-Dollar vor Steuern und Versand angekündigt. Im europäischen Shop von Pollen Robotics wird der Roboter derzeit auch in Euro angeboten.
Es gibt vier Farbvarianten: Cream, Graphite, Lavender und Sky.
Die ersten Auslieferungen sind laut Hersteller noch vor Weihnachten 2026 geplant. Microduck ist dabei eher eine Plattform für Robotik, Programmierung und Experimente als ein klassisches Spielzeug. Pollen Robotics empfiehlt seine Entwicklungs- und Experimentierplattformen derzeit für Personen ab 16 Jahren.
Warum Microduck spannend ist
Große Laufroboter sind kompliziert, teuer und bei Experimenten nicht gerade praktisch. Wenn ein 80 Kilogramm schwerer Roboter umfällt, kann schnell etwas kaputtgehen.
Microduck verfolgt einen anderen Ansatz: Der Roboter ist klein, vergleichsweise günstig und ausdrücklich dafür gedacht, neue Bewegungen auszuprobieren.
Damit bringt er moderne Themen wie Physical AI, Reinforcement Learning und Sim-to-Real auf den Schreibtisch.

Und genau darin könnte seine größte Stärke liegen: Microduck ist nicht nur niedlich. Er macht Technologien sichtbar und ausprobierbar, die sonst häufig nur in Forschungslaboren zu sehen sind.
Fazit
Microduck ist eine kleine Roboter-Ente mit überraschend ernsthafter Technik.
15 Motoren, Kamera, LiDAR, Bewegungssensoren und ein Greifschnabel ermöglichen ihm erstaunlich viele Bewegungen. Noch spannender ist aber die offene Software: Eigene Bewegungsmodelle können in einer Simulation trainiert und anschließend auf dem echten Roboter ausprobiert werden.
Ob Microduck langfristig hält, was die ersten Videos versprechen, müssen unabhängige Tests nach der Auslieferung zeigen.
Bis dahin steht zumindest eines fest: Beim Thema Laufroboter darf Forschung offenbar auch ein bisschen quaken. 🦆
🦊 FuxFun – Wusstest du, dass …?
… Microduck beim Umfallen nicht unbedingt Hilfe braucht?
Eine seiner mitgelieferten Fähigkeiten ist das selbstständige Aufstehen. Der Roboter besitzt sogar unterschiedliche Bewegungsabläufe dafür, je nachdem, wie er auf dem Boden liegt.
Für einen Roboter kann richtiges Hinfallen also durchaus zum Lernen dazugehören!
🔬 Für Profis
Pollen Robotics veröffentlicht die Software von Microduck auf GitHub. Dort kannst du unter anderem sehen, wie der Roboter gesteuert wird und wie seine Bewegungsmodelle funktionieren.
Besonders interessant sind dabei die Begriffe Reinforcement Learning, MuJoCo, PPO, ONNX und Sim-to-Real.
Transparenzhinweis
Dieser Artikel wurde mit Unterstützung Künstlicher Intelligenz recherchiert und formuliert. Die Angaben wurden vor der Veröffentlichung anhand der unten genannten Herstellerinformationen und Medienquellen redaktionell überprüft.
Quellen
Pollen Robotics: Offizielle Produktseite, technische Daten und Vorstellung von Microduck, Stand August 2026.
Pollen Robotics Press Kit: Technische Daten, Presseinformationen und offizielle Pressefotos.
Pollen Robotics / GitHub: Offizieller Microduck-Quellcode und technische Dokumentation.
heise online: „Microduck: Der Entenroboter aus Frankreich“.
TechCrunch: „Hugging Face is selling a cute $399 open source duck robot, Microduck“, 27. August 2026.
The Verge: Bericht über Microduck vom August 2026.
Business Insider: Bericht zur Nachfrage nach Microduck, August 2026.
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