Fortschritt entsteht, wenn aus Technologie eine konkrete Lösung wird

Ruwen Prochnow über den Humanoid-Plan und den produktiven Einsatz humanoider Robotik in Unternehmen

Ein Gastbeitrag von Ruwen Prochnow, Geschäftsführer von EF Robotics und Autor des Buches „Der Humanoid-Plan“.

Wenn Menschen zum ersten Mal einen humanoiden Roboter in Bewegung sehen, entsteht fast immer echte Faszination. Die Maschine greift, bewegt sich durch eine für Menschen gestaltete Umgebung und erinnert in ihrer Form und ihren Bewegungen an uns selbst.

Kurz darauf folgt häufig der Gedanke: So einen Roboter könnten wir in unserem Unternehmen ebenfalls gebrauchen.

Genau an diesem Punkt beginnt jedoch die eigentliche Arbeit. Die entscheidende Frage lautet selten, welchen Roboter ein Unternehmen kaufen kann. Entscheidend ist, welches konkrete Problem der Roboter zuverlässig und wirtschaftlich lösen soll.

Ein Roboter lässt sich anschauen, vergleichen und bestellen. Datenblätter können geprüft und Demonstrationen besucht werden. Deutlich anspruchsvoller ist es, den eigenen Prozess so genau zu verstehen, dass daraus eine klar definierte Aufgabe entsteht.

Vom technischen Interesse zur konkreten Aufgabe

Am Anfang eines Robotikprojekts sollte deshalb nicht die Frage stehen:

„Welchen Roboter wollen wir einsetzen?“

Die besseren Fragen lauten:

  • Welches Problem besteht heute?
  • Welche konkrete Tätigkeit soll übernommen werden?
  • Welches Ergebnis soll anschließend besser sein?
  • Unter welchen Bedingungen muss die Aufgabe funktionieren?
  • Wer trägt im Unternehmen die Verantwortung?
  • Was geschieht bei einer Störung?
  • Woran erkennen wir, dass der Einsatz wirtschaftlich sinnvoll ist?

Diese Fragen wirken zunächst weniger spektakulär als die Präsentation eines neuen Roboters. Sie entscheiden jedoch darüber, ob aus technischer Begeisterung eine produktive Anwendung entsteht.

Ein Kunde fragt häufig nach einem bestimmten Gerät oder einer bestimmten Funktion. Der tatsächliche Bedarf liegt aber meist tiefer. Dahinter können ein Personalengpass, unnötige Laufwege, eine wiederkehrende Tätigkeit oder ein Prozess stehen, der mit dem gewünschten Gerät möglicherweise gar nicht optimal gelöst wird.

Deshalb gilt: Robotik beginnt nicht beim Roboter. Sie beginnt beim Prozess.

Mein eigener Weg in die Robotik

Mein Einstieg in die Robotik begann 2021, mitten in der Corona-Zeit. Unsere damaligen Geschäftsbereiche rund um Events und Gastronomie waren durch die Pandemie praktisch vollständig zum Erliegen gekommen.

In dieser Phase erhielt ich ein Video aus Shanghai. Darauf war ein Serviceroboter in einem Restaurant zu sehen. Dieses Video war weder eine Marktanalyse noch ein ausgearbeiteter Businessplan. Es war zunächst nur ein Signal.

Für mich entstand daraus eine entscheidende Frage: Wenn diese Technologie dort bereits praktisch eingesetzt wird, welche Möglichkeiten könnten sich daraus für unseren Markt ergeben?

Ich begann, mich intensiv mit Herstellern, Systemen und möglichen Anwendungen auseinanderzusetzen. Wir entschieden uns, praktische Erfahrungen zu sammeln, kauften einen Container mit Robotern und ließen die ersten drei Geräte per Luftfracht liefern.

Auf der Internorga 2022 präsentierten wir die Systeme erstmals öffentlich. Parallel sprachen wir mit bestehenden Kunden aus der Gastronomie. Daraus entstand unmittelbar eine konkrete Kaufanfrage: Das Restaurant Meeresblick aus Waabs kaufte unseren ersten Bella-Serviceroboter.

Damit begann eine Lernkurve, die bis heute anhält.

Was der Kunde möchte und was der Prozess braucht

Aus meinem vorherigen Geschäft brachte ich nicht das technische Wissen zur Entwicklung eines Roboters mit. Ich hatte jedoch gelernt, zwischen dem zu unterscheiden, was ein Kunde zunächst haben möchte, und dem, was sein Betrieb tatsächlich braucht.

Diese Unterscheidung wurde in der Robotik besonders wichtig.

Ein Roboter kann technisch beeindruckend sein und trotzdem am tatsächlichen Bedarf vorbeigehen. Umgekehrt kann eine vergleichsweise unspektakuläre Anwendung einen hohen Wert schaffen, wenn sie ein konkretes betriebliches Problem zuverlässig löst.

Technisches Wissen bleibt deshalb unverzichtbar. Genauso wichtig ist aber die Fähigkeit, Technologie in einen betrieblichen Zusammenhang zu übersetzen.

Was muss tatsächlich funktionieren? Welche Bedingungen herrschen im Alltag? Welche Ausnahmen treten auf? Wer greift ein, wenn der Ablauf unterbrochen wird? Und welchen messbaren Nutzen erzeugt die Lösung?

Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, lässt sich beurteilen, welche Technologie zum Prozess passt.

Demonstration und betrieblicher Nutzen sind nicht dasselbe

Eine gute Demonstration zeigt, was technisch möglich ist. Sie beantwortet noch nicht automatisch die Frage, ob eine Anwendung im täglichen Betrieb trägt.

Im realen Unternehmen verändern sich Bedingungen. Menschen bewegen sich anders als geplant, Wege werden blockiert, Gegenstände stehen nicht immer an derselben Position und Abläufe folgen keinem perfekt vorbereiteten Skript.

Deshalb muss ein Robotikprojekt über die Demonstration hinausdenken. Entscheidend ist, ob die Anwendung unter den tatsächlichen Bedingungen des Kunden zuverlässig funktioniert und in den bestehenden Prozess integriert werden kann.

Das erfordert einen klar abgegrenzten Anwendungsfall. Statt sofort einen vollständigen Arbeitsplatz ersetzen zu wollen, ist es häufig sinnvoller, mit einer konkreten Tätigkeit oder einem überschaubaren Teilprozess zu beginnen.

So lassen sich praktische Erfahrungen sammeln, Grenzen erkennen und die nächsten Schritte auf Grundlage realer Ergebnisse festlegen.

Praktisch lernen, ohne blind zu kaufen

Unternehmen müssen bei humanoider Robotik nicht jahrelang abwarten. Sie sollten aber auch nicht allein aus Begeisterung eine Kaufentscheidung treffen.

Der sinnvollere Weg liegt dazwischen: einen konkreten nächsten Schritt definieren, eine klar begrenzte Aufgabe praktisch erproben und aus dem Ergebnis die nächste Entscheidung ableiten.

Jeder Test sollte dabei einen betrieblichen Zweck erfüllen. Es geht nicht darum, einen Roboter möglichst eindrucksvoll zu präsentieren. Es geht darum, herauszufinden, ob und wie die Technologie einen realen Prozess verbessern kann.

Aus dieser Vorgehensweise ist mit der Zeit EF Robotics entstanden. Aus den Erfahrungen mit Servicerobotern, Logistik, Industrie, Herstellern und realen Kundenprojekten entwickelte sich schließlich auch der Humanoid-Plan.

Der Prozess entscheidet

Humanoide Robotik eröffnet Unternehmen neue Möglichkeiten. Produktiver Nutzen entsteht aber erst dann, wenn aus Technologie eine konkrete Lösung wird.

Dafür braucht es keine Technikbegeisterung um ihrer selbst willen. Es braucht ein klares Problem, einen verstandenen Prozess, eine definierte Aufgabe und den Mut, praktische Erfahrungen zu sammeln.

Die wichtigste Einstiegsfrage lautet deshalb nicht:

„Welchen humanoiden Roboter sollen wir kaufen?“

Sie lautet:

„Welche Aufgabe müsste unser erster humanoider Mitarbeiter an seinem ersten Arbeitstag zuverlässig erledigen?“

Genau dort beginnt der Weg von der technischen Möglichkeit zum produktiven Einsatz.


Ruwen Prochnow ist Geschäftsführer der EF Sales GmbH und beschäftigt sich mit der praktischen Einführung von Service-, Logistik- und humanoiden Robotern in Unternehmen. Sein Buch „Der Humanoid-Plan – Von der Idee zum produktiven Einsatz“ erschien am 15. September 2026.

9,39 Sekunden! Humanoider Roboter läuft schneller als Usain Bolts Rekordzeit

Stell dir vor, ein humanoider Roboter steht auf einer Laufbahn, der Startschuss fällt – und nur 9,39 Sekunden später hat die Maschine 100 Meter zurückgelegt. Genau das ist im August 2026 bei den World Humanoid Robot Games in Peking passiert.

Damit war der Roboter auf dieser Strecke sogar schneller als die menschliche Weltrekordzeit von Usain Bolt. Doch der Vergleich braucht eine wichtige Erklärung.

Roboter gegen die Stoppuhr

Usain Bolt lief 2009 bei der Leichtathletik-WM in Berlin die 100 Meter in 9,58 Sekunden. Dieser Weltrekord bei den Männern gilt bis heute.

Der humanoide Roboter Tiangong Ultra schaffte bei den World Humanoid Robot Games 2026 einen 100-Meter-Lauf in 9,39 Sekunden. Ein weiterer Roboter namens Lightning kam auf 9,47 Sekunden. Schon vor den Wettkämpfen hatte Lightning bei einem Test sogar 9,32 Sekunden erreicht.

Aber: Damit besitzt der Roboter nicht plötzlich den menschlichen 100-Meter-Weltrekord. Menschen und Roboter treten in unterschiedlichen Wettbewerben mit unterschiedlichen technischen Voraussetzungen an. 

Was sind die World Humanoid Robot Games?

Die World Humanoid Robot Games kannst du dir ein bisschen wie Olympische Spiele für menschenähnliche Roboter vorstellen. 

Die zweite Ausgabe der World Humanoid Robot Games fand vom 22. bis 26. August 2026 im National Speed Skating Oval in Peking statt. Angemeldet sind 666 Teams mit 2.056 Robotern. Insgesamt gab es 51 Wettbewerbe.

Dazu gehören Sportarten wie Laufen, Weitsprung, Gewichtheben, Tischtennis und Fußball. Es gibt aber auch Aufgaben, die näher am echten Alltag liegen – etwa Arbeiten im Haushalt, in Fabriken oder bei Rettungseinsätzen.

Warum lässt man Roboter überhaupt rennen?

Ein Wettrennen sieht zunächst nach Unterhaltung aus. Für Entwicklerinnen und Entwickler ist es aber gleichzeitig ein schwieriger Techniktest.

Beim Sprint muss ein Roboter seine Beine sehr schnell bewegen, ohne das Gleichgewicht zu verlieren. Sensoren erfassen die Umgebung und die Position des Körpers. Motoren bewegen die Gelenke, während Computerprogramme ständig berechnen, wie der nächste Schritt aussehen soll.

Und 2026 kam noch eine besondere Herausforderung hinzu: Beim 100-Meter-Lauf sollten die Roboter vollständig autonom unterwegs sein. Das bedeutet: Sie müssen ihre Bewegungen selbst steuern, statt während des Rennens von einem Menschen ferngesteuert zu werden. Sie müssen somit auch eigenständig erkennen, auf welcher Spur sie Rennen, wann sie losrennen dürfen und wo die Ziellinie ist. 

Schnell laufen – und dann?

Der Wettkampf zeigte auch sehr deutlich, wo die Technik noch Probleme hat.

Tiangong Ultra und Lightning waren enorm schnell – doch nach der Ziellinie hatten beide Schwierigkeiten beim Bremsen. Die Roboter liefen beziehungsweise stolperten in gepolsterte Begrenzungen. Das klingt lustig, zeigt aber ein wichtiges Problem der Robotik: Es reicht nicht, möglichst schnell zu sein.

Ein guter Roboter muss seine Umgebung wahrnehmen, rechtzeitig reagieren, sicher abbremsen und nach einem Fehler wieder die Kontrolle gewinnen.

Von 21,50 auf 9,39 Sekunden

Besonders erstaunlich ist der Fortschritt innerhalb nur eines Jahres.

Bei den ersten World Humanoid Robot Games 2025 gewann Tiangong Ultra den 100-Meter-Lauf noch mit einer Zeit von 21,50 Sekunden. 2026 benötigte das Modell nur noch 9,39 Sekunden.

Die Zeiten der beiden Veranstaltungen lassen sich wegen unterschiedlicher Regeln zwar nicht perfekt vergleichen. Trotzdem zeigen sie, wie schnell sich Motoren, Bewegungssteuerung, Sensoren und Software derzeit verbessern.

Auch auf längeren Strecken machen humanoide Roboter große Fortschritte. Bei einem Halbmarathon in Peking im April 2026 waren Robotermodelle erstmals schneller als die menschliche Weltbestzeit – allerdings ebenfalls unter ganz anderen technischen Voraussetzungen als menschliche Läufer.

Wozu brauchen wir solche Roboter?

Wahrscheinlich geht es den Entwicklerteams nicht darum, irgendwann alle menschlichen Sportrekorde zu schlagen.

Viel wichtiger ist die Technik dahinter. Ein Roboter, der schnell laufen, Hindernisse erkennen und sein Gleichgewicht halten kann, könnte später beispielsweise in einer Fabrik arbeiten oder Menschen in gefährlichen Situationen unterstützen.

Genau deshalb testen die Robot Games nicht nur Sport. In vielen Wettbewerben müssen die Maschinen auch Gegenstände erkennen, Kabel anschließen, Dinge transportieren oder Aufgaben in möglichst realistischen Umgebungen lösen.

Fazit: Geschwindigkeit ist nur ein Teil der Aufgabe

9,39 Sekunden für 100 Meter sind beeindruckend. Noch spannender ist aber, was der Lauf über die Entwicklung humanoider Roboter verrät.

Die Maschinen werden schneller und beweglicher. Gleichzeitig zeigt das Rennen, dass sie bei Fähigkeiten, die uns Menschen selbstverständlich erscheinen – etwa kontrolliertes Bremsen oder der Umgang mit unerwarteten Situationen – noch viel lernen müssen.

Vielleicht ist deshalb nicht die Frage „Wann schlägt ein Roboter den Menschen?“ die spannendste.

Viel interessanter ist: Was können Roboter mit diesen neuen Fähigkeiten eines Tages sinnvoll für uns tun?

FuxFun – Wusstest du, dass …?

… Tiangong Ultra bei seinem 9,39-Sekunden-Lauf im Durchschnitt rund 38,3 km/h schnell war?

Und das nächste Problem wartete direkt hinter der Ziellinie: Nach einem Supersprint muss ein Roboter schließlich auch wieder sicher zum Stehen kommen!

Für Profis

Wer tiefer einsteigen möchte, findet bei Reuters ausführliche Informationen zum 100-Meter-Lauf und zur Entwicklung der chinesischen Robotik. Associated Press (AP) berichtet ebenfalls direkt von den World Humanoid Robot Games.

Besonders interessant sind außerdem die offiziellen Informationen der Stadt Peking. Sie erklären den Aufbau der Spiele und warum viele Wettbewerbe bewusst auf autonom arbeitende Roboter setzen.

Quellenverweis

Tagesschau, 22.08.2026: „Roboter schneller über 100 Meter als Usain Bolt“

Reuters, 23.08.2026: Bericht über Tiangong Ultra, Lightning und den 100-Meter-Lauf bei den World Humanoid Robot Games.

Associated Press, 23.08.2026: Bericht über die Rekorde und Wettbewerbe der World Humanoid Robot Games in Peking.

Beijing Municipal Government, August 2026: Offizielle Informationen zur zweiten Ausgabe der World Humanoid Robot Games mit Teilnehmer- und Wettbewerbszahlen.

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Humanoide Roboter beim Basketball: Können Maschinen den perfekten Wurf lernen?

Ein Roboter hebt den Ball, richtet seinen Körper aus, berechnet Winkel und Kraft — und wirft. Der Ball fliegt in einem hohen Bogen Richtung Korb. Was vor einigen Jahren noch nach Science-Fiction klang, ist heute echte Robotik: Humanoide Roboter lernen Basketball.

Besonders bekannt ist der Basketball-Roboter CUE von Toyota. Das Projekt begann 2017 als freiwillige Idee von Toyota-Mitarbeitenden. Schon 2019 gelang CUE ein Guinness-Weltrekord mit 2.020 Freiwürfen in Folge. 2024 traf CUE6 aus 24,55 Metern Entfernung — der weiteste Basketballwurf eines humanoiden Roboters. 

Vom starren Werfer zum Basketball-Roboter

Am Anfang konnten solche Roboter vor allem eines: stehen, zielen und werfen. Das war bereits schwer genug, denn ein Basketballwurf ist eine komplexe Mischung aus Wahrnehmung, Berechnung und Bewegung.

Heute geht die Entwicklung weiter. Mit CUE7 zeigte Toyota 2026 eine neue Generation des Roboters, die nicht nur werfen, sondern auch dribbeln und sich über das Spielfeld bewegen kann. Damit nähert sich der Roboter langsam dem an, was menschliche Basketballspieler tun: sehen, reagieren, laufen, passen und werfen. 

Warum Basketball für Roboter so schwer ist

Für Menschen wirkt ein Wurf fast selbstverständlich. Man schaut zum Korb, beugt die Knie, streckt den Arm und lässt den Ball los. Für einen Roboter ist das eine Kette aus vielen Einzelschritten.

Er muss erkennen, wo der Korb steht. Er muss Entfernung und Höhe berechnen. Dann muss er entscheiden, mit welcher Kraft, welchem Winkel und welcher Rotation der Ball geworfen werden soll. Gleichzeitig müssen Schulter, Ellbogen, Handgelenk und Finger präzise zusammenarbeiten.

Dafür nutzen moderne Roboter Kameras, Sensoren, Motoren und Künstliche Intelligenz. Die KI hilft, aus jedem Wurf zu lernen: War der Ball zu kurz? War der Winkel zu flach? War die Kraft zu groß? Beim nächsten Versuch kann der Roboter seine Bewegung anpassen.

Die Theorie vom perfekten Wurf

Hier wird es besonders spannend, denn Basketball ist nicht nur Sport, sondern auch Physik. Der Ball fliegt auf einer Parabel, also einer bogenförmigen Bahn. Entscheidend sind vor allem der Abwurfwinkel, die Abwurfgeschwindigkeit, die Abwurfhöhe, die Rotation des Balls und der Eintrittswinkel in den Korb.

Der deutsche Basketballtrainer Holger Geschwindner beschäftigte sich intensiv mit dieser Idee. Er war nicht nur Basketballer, sondern auch mathematisch und physikalisch geprägt. Gemeinsam mit Dirk Nowitzki arbeitete er an einem Wurf, der möglichst stabil und wiederholbar ist.

Wichtig ist: Es gibt nicht für jeden Spieler exakt denselben perfekten Winkel. Ein guter Richtwert liegt oft bei etwa 47 Grad. Je nach Körpergröße, Abwurfhöhe und Distanz kann der optimale Abwurfwinkel aber höher liegen — beim Freiwurf werden in Studien häufig Werte um 50 bis 52 Grad genannt. 

Warum Größe und Abwurfhöhe wichtig sind

Ein großer Spieler wie Dirk Nowitzki lässt den Ball weiter oben los als ein kleinerer Spieler. Dadurch verändert sich die optimale Flugbahn. Der Ball muss nicht ganz so steil steigen, um trotzdem sauber in den Korb zu fallen.

Deshalb ist der perfekte Wurf keine einzige magische Zahl. Entscheidend ist eine Bewegung, die kleine Fehler verzeiht. Wenn der Ball ein wenig zu stark, zu schwach oder leicht seitlich geworfen wird, soll er trotzdem noch eine gute Chance haben, in den Korb zu fallen.

Genau das ist die Kernidee: Der perfekte Wurf ist nicht einfach der schönste Wurf, sondern ein fehlertoleranter Wurf.

Holger Geschwindner und Dirk Nowitzki

Holger Geschwindner entwickelte mit Dirk Nowitzki eine besondere Art zu trainieren. Es ging nicht nur um Wiederholung, sondern auch um Verständnis: Wie bewegt sich der Ball? Wie arbeitet der Körper? Wie entsteht ein stabiler, weicher Wurf?

Dirk Nowitzkis berühmter Wurf war deshalb eine Verbindung aus Technik, Physik, Rhythmus und jahrelangem Training. Der SWR-Beitrag „Dirk Nowitzki – Der perfekte Wurf im Basketball“ zeigt genau diese Verbindung zwischen Nowitzki, Geschwindner und der Idee eines physikalisch durchdachten Wurfs. 

NBA-Wurfquoten im Vergleich mit Dirk Nowitzki

SaisonNBA FeldwurfquoteNBA DreierquoteNBA eFG%Dirk Nowitzki Vergleich
2005/0645,4 %35,8 %49,0 %Dirk: 48,0 % FG, 40,6 % 3P, 90,1 % FT — eine seiner stärksten Wurfsaisons.
2009/10ca. 46,1 %ca. 35,5 %ca. 50,1 %Dirk lag auch hier klar über dem Ligaschnitt: 48,1 % FG und sehr starke Freiwurfquote.
2014/1544,9 %35,0 %ca. 49,6 %Dirk war schon 36 Jahre alt, blieb aber als Stretch-Big weiter ein gefährlicher Werfer.
2019/2046,0 %35,8 %52,9 %Dirk war bereits zurückgetreten. 
2024/2546,7 %36,0 %54,5 %Moderne NBA: höhere eFG%, weil viel mehr Dreier geworfen werden. Dirk war ein früher Wegbereiter dieses Trends.

Dirk Nowitzkis Karrierewerte liegen bei 47,1 % Feldwurfquote, 38,0 % Dreierquote, 87,9 % Freiwurfquote und 51,2 % effektiver Feldwurfquote. Damit war er für einen 2,13-Meter-Spieler außergewöhnlich effizient — besonders, weil viele seiner Würfe aus der Mitteldistanz, aus dem Fadeaway oder von der Dreierlinie kamen. https://www.basketball-reference.com/players/n/nowitdi01.html

Was Roboter von Nowitzki lernen können

Roboter sind stark im Rechnen. Sie können Winkel, Kraft und Flugbahn in Sekundenbruchteilen bestimmen. Aber Basketball ist mehr als eine Formel. Ein echter Wurf entsteht aus Bewegung, Timing und Anpassung.

Ein Roboter wie CUE kann unter kontrollierten Bedingungen extrem präzise sein. Doch ein Basketballspiel ist chaotisch: Spieler bewegen sich, der Ball springt, Gegner stören, der Körper ist nicht immer perfekt ausgerichtet. Genau dort liegt die nächste große Herausforderung.

Die Roboter der Zukunft müssen nicht nur werfen können. Sie müssen Spielsituationen verstehen, Entscheidungen treffen und ihren Körper flexibel einsetzen.

Fazit

Humanoide Basketball-Roboter zeigen eindrucksvoll, wie weit Robotik und KI bereits gekommen sind. Sie können Körbe treffen, Rekorde aufstellen und immer menschlichere Bewegungen ausführen.

Trotzdem bleibt der perfekte Basketballwurf etwas Besonderes. Bei Menschen verbindet er Physik, Training, Körpergefühl und Kreativität. Bei Robotern zeigt er, wie Maschinen lernen, komplexe Bewegungen zu kontrollieren.

Vielleicht spielt eines Tages ein humanoider Roboter in einem echten Basketballspiel mit. Bis dahin zeigt uns die Technik vor allem eines: Der perfekte Wurf ist nicht nur Sport — er ist angewandte Physik.

FuxFun

Wusstest du, dass Toyotas Basketball-Roboter CUE nicht als großes Firmenprojekt begann, sondern 2017 als freiwillige Idee von Mitarbeitenden? Aus einem Experiment wurde ein Guinness-Weltrekord-Roboter. 

Für Profis

Spannend ist der Unterschied zwischen Abwurfwinkel und Eintrittswinkel. Der Abwurfwinkel beschreibt, in welchem Winkel der Ball die Hand verlässt. Der Eintrittswinkel beschreibt, wie steil der Ball am Korb ankommt. Für erfolgreiche Würfe ist nicht nur der Start wichtig, sondern auch, wie der Ball am Ring eintrifft. Studien betonen außerdem, dass der optimale Wurf individuell ist und von Körpergröße, Abwurfhöhe, Entfernung und Konstanz abhängt.

Quellen

Toyota Global: Entwicklung und Guinness-Rekord von CUE.
Guinness World Records: Farthest basketball shot by a humanoid robot.
Toyota Times: Vorstellung von CUE7.
SWR Sport: „Dirk Nowitzki – Der perfekte Wurf im Basketball“.
Studien zur Physik und Biomechanik des Basketballwurfs.

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Humanoide Robotik aus Deutschland: igus bringt neuen Serviceroboter auf den Markt

Iggy Rob-Plattform sorgt für einen bezahlbaren und CE-konformen Einsatz von humanoiden Robotern in Industrie und Service

Köln, 2. Juni 2026 – Humanoide Roboter sind derzeit ein großer Hype. Sie laufen Marathon und tanzen zu Michael Jackson den Moonwalk. In praktischen industriellen Anwendungen scheitert jedoch ihr Einsatz vor allem an den Kosten. Genau hier setzt igus mit seinen kostengünstigen humanoiden Iggy Rob-Robotern an. Nachdem das Unternehmen bereits 2025 den Iggy Rob Industrial für Produktionsumgebungen vorgestellt hat, erweitert das Unternehmen die Plattform nun um eine neue Variante: den Iggy Rob Home ab 55.000 Euro. Mit dem neuen Modell überträgt igus das bestehende Plattformkonzept erstmals auf den Service- und Haushaltsbereich. Entwicklung und Fertigung erfolgen vollständig in Deutschland – von der Mechanik über die Elektronik bis zur Software.

AMR statt Beine: Der Iggy Rob Industrial und der Iggy Rob Home basieren auf derselben technischen Grundplattform. Statt zwei Beinen nutzen die beiden Humanoiden eine autonome mobile Roboterbasis (AMR), den ReBeLMove Pro mit einer Traglast von bis zu 250 kg. Diese Entscheidung basiert auf praktischen Erwägungen. Mobile Fahrzeuge haben sich in Industrie und Gebäuden bewährt, lassen sich sicher integrieren und vergleichsweise einfach CE-konform in bestehende Umgebungen einbinden. Für viele reale Anwendungen ist ein laufendes System mit Beinen derzeit weder erforderlich noch wirtschaftlich sinnvoll. „Unsere Welt ist von Menschen für Menschen gebaut. Deshalb ist es logisch, dass Automatisierungstechnik irgendwann menschenähnliche Formen annimmt“, sagt Alexander Mühlens, Prokurist und Leiter des Geschäftsbereichs Low-Cost-Automation bei igus. „Gleichzeitig sind wir überzeugt, dass sich humanoide Systeme erst im praktischen Einsatz weiterentwickeln. Deshalb setzen wir auf eine offene, robuste Plattform, die Anwender an ihre Anforderungen anpassen können.“ Die Roboter sind je nach Konfiguration zwischen 1,30 und 1,70 m hoch, besitzen 16 DOF für natürliche Bewegungen und erreichen bis zu acht Stunden autonome Laufzeit und navigieren mithilfe von LIDAR- und 3D-Kamerasystemen. Standardmäßig verfügen beide Varianten über zwei igus ReBeL-Roboterarme mit einer Traglast von 2,5 kg pro Arm. Alternativ lassen sich auch Cobots anderer Hersteller oder humanoide Hände integrieren. Iggy Rob ist als offene Plattform ausgelegt. Die Steuerung erfolgt über ROS 2, Endeffektoren und Sensorik lassen sich anpassen oder erweitern. Die Systeme sind CE‑zertifiziert und für den Flottenbetrieb nach VDE 5050 vorbereitet.

Iggy Rob Home: neuer Fokus auf Service, Bildung und Interaktion

Der Iggy Rob Industrial wurde bereits im Frühjahr 2025 vorgestellt. Er ist für den Einsatz in Produktions- und Logistikumgebungen ausgelegt, hier übernimmt er typische Aufgaben wie Transportprozesse, Maschinenbeschickung oder einfache Montagearbeiten. Mit dem Iggy Rob Home erweitert igus diese Technologie nun erstmals auf Anwendungen außerhalb klassischer Industrieumgebungen. Dazu zählen Empfangs- und Informationsbereiche, Bildung und Forschung, Gastronomie sowie vielfältige Service-Tätigkeiten in Gebäuden. Aber auch industriell eignet er sich für Pick‑and‑Place‑Aufgaben, den innerbetrieblichen Materialtransport oder den Transport an wechselnden Stationen. Darüber hinaus dient er als ideale Plattform für KI‑Training, Datenerfassung sowie für Bildungs- und Forschungszwecke an Hochschulen und Instituten.

Die Hardware des Iggy Rob Home basiert auf der gleichen industrietauglichen Plattform wie beim Industrial-Modell, wurde jedoch gezielt um Funktionen ergänzt, die stärker auf Interaktion und Service ausgerichtet sind. Dazu gehören ruhigere Bewegungsprofile, ein Display zur Darstellung einfacher Gesichtsausdrücke sowie vorkonfigurierte Servicefunktionen. Eine integrierte Linearachse vergrößert zusätzlich den Arbeitsbereich der Arme. Für den Transport von Gegenständen steht zudem ein Rückenkorb mit einer Traglast von bis zu 50 kg zur Verfügung. Eine integrierte 3D-Kamera sorgt für eine zuverlässige Objekterkennung sowie präzises Greif- und Navigationstracking. Dank Wireless Charging kann der Roboter unterbrechungsfrei betrieben werden, und über die ROS 2‑Schnittstelle lässt er sich nahtlos in moderne Robotikumgebungen integrieren. Für maximale Flexibilität am Tool Center Point lässt sich der Iggy Rob Home mit unterschiedlichen Endeffektoren ausstatten, darunter Sauggreifer, Zwei- oder Drei-Finger-Greifer sowie eine bionische Hand mit integrierter Greiferkennung.

Mobilität trifft auf Intelligenz

Dank einer intuitiven Programmieroberfläche ist der Iggy Rob Home auch ohne tiefes Robotikwissen schnell einsetzbar und bedienbar. Die stabile Systemarchitektur sorgt für einen zuverlässigen Betrieb. So verbindet der Iggy Rob Home Mobilität mit intelligenter Automatisierung und eröffnet neue Möglichkeiten für humanoide Robotik im Alltag. Mit dem Software‑Addon Dynamic Mission Data Interface können Missionen zudem über das Netzwerk gestartet und Daten in Echtzeit bidirektional ausgetauscht werden. Dadurch ist eine dynamische Interaktion mit externen KI-Systemen innerhalb einer Mission möglich. Mechanik, Elektronik und Software stammen vollständig aus der Entwicklung von igus in Köln sowie von Commonplace Robotics by igus in Osnabrück, sodass individuelle Anpassungen und Weiterentwicklungen direkt abgestimmt werden können. Der Iggy Rob Home ist ab 55.000 Euro erhältlich.

Erst testen, dann kaufen

Für beide Iggy Rob-Varianten gilt das igus Prinzip „Test before you invest“. Anwender können die Systeme im eigenen Umfeld erproben und gemeinsam mit igus die technische Umsetzbarkeit und Wirtschaftlichkeit bewerten. So lassen sich Potenziale und Grenzen frühzeitig realistisch einschätzen. Ergänzend betreibt igus den RBTX-Marktplatz, auf dem humanoide Robotersysteme verschiedener Hersteller gelistet sind. Zur Hannover Messe 2026 umfasste das Angebot rund 100 Modelle von 35 Anbietern. Neben Hardware werden auch Beratung, Integration sowie verschiedene Nutzungs- und Finanzierungsmodelle angeboten.

Wenn Roboter das Neujahrsfest eröffnen – Chinas Hightech-Show auf großer Bühne

Rote Laternen, Trommeln, Tänzer – und plötzlich marschieren humanoide Roboter auf die Bühne. Was wie eine Szene aus einem Science-Fiction-Film klingt, war in China Teil echter Neujahrs-Inszenierungen. Beim wichtigsten Fest des Jahres zeigt das Land nicht nur Tradition, sondern auch technologische Stärke. Und genau das macht die Roboter-Auftritte so spannend: Sie sind Unterhaltung – und zugleich eine Botschaft an die Welt.

Quelle: CGTN Europe

Die große Neujahrsgala des staatlichen Senders China Central Television – kurz CCTV – erreicht jedes Jahr hunderte Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer. In den vergangenen Jahren tauchten dort immer wieder Roboter auf: als Tänzer, als Bühnenfiguren oder als technische Attraktion zwischen klassischen Programmpunkten.

Internationale Tech-Medien wie TechCrunch oder das deutsche Fachportal heise online berichten regelmäßig über Chinas rasante Fortschritte bei humanoiden Robotern. Besonders Unternehmen wie Unitree Robotics stehen dabei im Fokus. Ihre zweibeinigen Modelle können inzwischen stabil laufen, springen – und choreografierte Bewegungen ausführen.

Solche Auftritte sind keine spontanen Showeinlagen. Sie sind sorgfältig geplante Demonstrationen dessen, was technisch bereits möglich ist.

Was steckt technisch dahinter?

Humanoide Roboter sind Maschinen, die dem menschlichen Körper nachempfunden sind. Sie besitzen Beine, Arme und oft einen „Kopf“ mit Kameras. Entscheidend ist aber ihr Inneres:

  • Freiheitsgrade (Degrees of Freedom): Jedes bewegliche Gelenk zählt als eigener Freiheitsgrad. Moderne Humanoiden besitzen oft über 20 davon.
  • Aktuatoren: Das sind die Motoren in den Gelenken. Sie müssen stark, schnell und gleichzeitig präzise sein.
  • Sensoren: Gyroskope und Beschleunigungssensoren messen ständig das Gleichgewicht.
  • KI-Software: Sie berechnet in Echtzeit, wie sich der Roboter bewegen muss, um nicht zu stürzen.

Laut Analysen bei The Decoder ist vor allem die Kombination aus klassischer Regelungstechnik und maschinellem Lernen entscheidend. Roboter trainieren Bewegungsabläufe oft zunächst in Simulationen. Erst wenn dort alles stabil läuft, wird die Choreografie in die echte Maschine übertragen.

Das Ziel: möglichst flüssige, „natürliche“ Bewegungen.

Ein Roboter auf einer Neujahrsbühne ist mehr als Unterhaltung. Er ist auch ein Symbol.

China verfolgt seit Jahren eine klare Industriestrategie, um in Schlüsseltechnologien führend zu werden. Robotik spielt dabei eine zentrale Rolle. Humanoide Roboter gelten als besonders anspruchsvoll – wer sie beherrscht, zeigt technologische Reife.

Fachmedien ordnen das nüchtern ein: Während US-Unternehmen wie Boston Dynamics spektakuläre Bewegungsroboter entwickeln und Firmen wie Tesla an eigenen Humanoiden arbeiten, drängen chinesische Hersteller mit hohem Tempo in den Markt. Serienfertigung und Kostensenkung stehen dabei stark im Fokus.

Eine TV-Gala bietet dafür die perfekte Bühne: Millionen Menschen sehen live, was möglich ist. Das erzeugt Begeisterung – und Vertrauen in die eigene Innovationskraft.

Warum Tanzen so schwierig ist

Vielleicht denkst du: „Tanzen? Das ist doch nur Show!“
Tatsächlich gehört Tanzen zu den schwierigsten Aufgaben für einen Roboter.

Warum?

Weil jede Bewegung perfekt ausbalanciert sein muss. Wenn ein humanoider Roboter nur minimal falsch auftritt, verliert er das Gleichgewicht. Anders als ein Mensch hat er kein natürliches Gefühl für seinen Körper – nur Sensorwerte und Berechnungen.

Moderne Systeme berechnen hunderte Male pro Sekunde:

  • Wo liegt mein Schwerpunkt?
  • Wie schnell bewege ich mich?
  • Wie muss ich meine Füße setzen?

Das alles geschieht in Echtzeit. Genau deshalb gelten solche Auftritte als technologische Demonstration – nicht bloß als Bühnengag.

Ein Blick in die Zukunft

Was heute als Show beginnt, kann morgen Alltag werden. Humanoide Roboter könnten künftig:

  • in Fabriken arbeiten
  • schwere Lasten tragen
  • in Katastrophengebieten helfen
  • in Pflegeeinrichtungen unterstützen

Noch sind sie teuer und komplex. Aber jede öffentliche Demonstration zeigt: Die Entwicklung schreitet schnell voran. Vielleicht sehen wir in ein paar Jahren nicht nur einzelne Roboter bei Paraden – sondern ganze Teams autonomer Maschinen im Alltag.

Fazit

Die Roboter-Auftritte beim chinesischen Neujahrsfest sind weit mehr als futuristische Showeffekte. Sie verbinden Tradition mit Hightech und senden eine klare Botschaft: Robotik ist ein zentraler Zukunftsbereich.

Für dich bedeutet das: Die Welt der Maschinen verändert sich rasant. Was heute noch spektakulär wirkt, könnte morgen ganz normal sein. Und vielleicht bist du es, der oder die eines Tages solche Roboter programmiert.

FuxFun – Wusstest du, dass …?

… ein humanoider Roboter beim Gehen ständig berechnet, wo sein Schwerpunkt liegt? Schon ein Millimeter Abweichung kann über Gleichgewicht oder Sturz entscheiden!

Für Profis

Vertiefende Einordnungen findest du unter anderem bei:

  • heise online – Berichte zu chinesischen Humanoiden und Industriepolitik
  • The Decoder – Analysen zu KI-gestützter Robotik
  • TechCrunch – Marktanalysen und internationale Vergleiche

Suchbegriffe: „China humanoid robot gala“, „Unitree humanoid development“, „China robotics industry strategy“.

Quellen

  • heise online: Berichterstattung zur Entwicklung humanoider Roboter in China (2023–2025)
  • TechCrunch: Analysen zu chinesischen Robotik-Startups
  • The Decoder: Hintergrundberichte zu KI und humanoider Robotik

Buchempfehlung

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United Robotics Group präsentiert erstmals humanoiden Roboter uMe auf der CES 2026

Stuhr, 06.01.2026 – Die United Robotics Group (URG) präsentiert auf der CES 2026 erstmals ihren humanoiden Roboter uMe. Der technologische Prototyp ergänzt das bestehende Portfolio aus mobilen Service- und Gesundheitsrobotern und zeigt, wie humanoide Robotik sinnvoll in reale Arbeitsumgebungen integriert werden kann. uMe demonstriert auf der Messe erste Kernfunktionen wie sprachbasierte Interaktion, vorprogrammierte Bewegungsabläufe und sensorbasierte Wahrnehmung. Dazu gehören unter anderem hochauflösende Kameras, Tiefensensorik, ein Mikrofonarray sowie ein interaktives Display, über das Inhalte und Dialoge dargestellt werden können. uMe ist softwareseitig vollständig in die URG Plattform uGo+ integriert und wurde von Beginn an so konzipiert, dass er sich nahtlos in bestehende Datenflüsse, Geräteanbindungen und Workflows einfügt.

Humanoide Robotik für Bildung, Pflege und Forschung

Als humanoide Erweiterung des Portfolios adressiert uMe vor allem Umgebungen, in denen soziale Interaktion und Zugänglichkeit im Mittelpunkt stehen. Dazu gehören Bildungseinrichtungen, in denen uMe Lerninhalte unterstützt und technische Zusammenhänge erlebbar macht, sowie Pflegeumgebungen, in denen der Roboter Routinen begleitet und durch Gespräche, Aktivierung und Orientierung entlastende Unterstützung bietet. Auch Forschungsteams eröffnet uMe neue Möglichkeiten für die Entwicklung und Erprobung von Robotikfunktionen.

Wassim Saeidi, Gründer und CEO der United Robotics Group, erklärt: „uMe ist ein wichtiger Schritt in der Entwicklung unserer Plattform. Er macht deutlich, wie humanoide Robotik künftig einen Beitrag zu gesellschaftlichen Herausforderungen leisten kann. Entscheidend ist für uns nicht das Spektakuläre, sondern der praktische Nutzen. Wir zeigen, wie sich ein humanoides System in bestehende Prozesse integrieren lässt und echten Mehrwert für Pflegekräfte, Lehrende und Forschende schaffen kann.“

uGo+ als zentrale Software-Plattform zwischen Hardware und Anwendung

uMe ist vollständig in die Software-Plattform uGo+ integriert, die mobile und humanoide Robotersysteme über eine gemeinsame Architektur miteinander verbindet. uGo+ ist dabei bewusst als anwenderzentrierte Plattform konzipiert, die sich kontinuierlich weiterentwickelt und künftig einen klaren No-Code-Charakter erhalten soll. Ziel ist es, Nutzer:innen zu befähigen, Robotik-Workflows selbstständig, sicher und ohne Programmierkenntnisse zu konfigurieren und anzupassen. Die Weiterentwicklung von uGo+ ist – neben dem humanoiden Prototyp uMe – einer der zentralen Entwicklungsschwerpunkte der United Robotics Group, da hier die Brücke zwischen Hardware, konkreten Anwendungen und Alltagstauglichkeit entsteht. uMe ist zudem als offene, erweiterbare Plattform ausgelegt und bietet Partner:innen aus Industrie, Forschung und Bildung die Möglichkeit, eigene Module zu entwickeln, Funktionen zu testen und neue Szenarien zu pilotieren. So entsteht ein durchgängiges Zusammenspiel aus Software-Plattform und spezialisierten Robotersystemen, zu denen uLab Mobile, uServe, uLog und uClean bereits mehrere spezialisierte Serviceroboter für Labor-, Klinik- und Logistikumgebungen gehören. Gemeinsam bilden sie ein durchgängiges System, in dem mobile und humanoide Robotik über eine gemeinsame Infrastruktur zusammenwirken können.

Robots-Blog trifft Alexander Mühlens und igus ersten humanoiden Roboter „Iggy Rob“ auf der automatica

Men in Blech statt Mann am Band: Ambitionierte Ziele für die Massenfertigung von Humanoiden

Die Entwicklung im Bereich humanoider Roboter schreitet mit einer beeindruckenden Dynamik voran. Das Kräftemessen zwischen den USA und China sowie Fortschritte im Bereich der KI, der Batterieentwicklung und der Mechanik befeuern die Performance der Men in Blech. Auf der automatica wird deutlich werden, wie weit diese Entwicklung bereits fortgeschritten ist.

Bald sollen Humanoide wie der 4NE-1 von Neura neben Produktionsaufgaben auch lästige Tätigkeiten wie das Bügeln übernehmen. © Messe München GmbH

Was die Humanoiden im Reich der Mitte zu leisten im Stande sind, konnten sie jüngst bei einem Halbmarathon in Peking unter Beweis stellen. Auf der gut 21 Kilometer langen Laufstrecke traten rund 20 humanoide Roboter erfolgreich gegen Menschen an. Mit dem Wettlauf hat die Volksrepublik ihr Ziel erreicht, sich als einer der führenden Anbieter menschenähnlicher Roboter zu präsentieren.

Zwei Beine ermöglichen maximale Flexibilität und Mobilität

Aber gerade ein Halbmarathon führt zwangsläufig zu einer oft gestellten Frage: Warum haben Humanoide Beine? Wäre es nicht effizienter, Radantriebe zu nutzen? Weshalb die meisten Humanoiden dennoch mit zwei Beinen ausgestattet sind, erklärt Jonathan Hurst, Chief Robot Officer bei Agility Robotics: „Zweibeinige Roboter sind für die Koexistenz mit dem Menschen konzipiert und bieten eine Vielseitigkeit und Mobilität, die über das hinausgeht, was Radantriebe leisten können. Durch den Einsatz von Beinen können sich Humanoide an komplexe Umgebungen anpassen, Treppen steigen, Bordsteine überwinden und ein breites Aufgabenspektrum erfüllen.“ Digit, der Humanoide von Agility, ist bereits in vielen Applikationen vorwiegend in Logistikzentren im Einsatz wie beispielsweise bei amazon und GXO Logistics. Mit einer Körpergröße von 1,75 m und einem Gewicht von etwa 64 kg kann Digit komplexe Aufgaben wie das Heben von Lasten mit einem Gewicht von bis zu 16 kg ausführen. Und dank fortschrittlicher Sensorik, darunter LIDAR und Kameras, kann er auch selbstständig navigieren. Über Digit und die Frage, wie Humanoide Lücken in der Automatisierungskette schließen können, spricht auch Melonee Wise, Chief Product Officer bei Agility Robotics, auf dem automatica Forum in Halle A5. Anwendungsorientiert referiert direkt im Anschluss Carolin Richter, Head of Next Generation Robotics bei der BMW Group, über die Erfahrungen des Unternehmens mit konkreten Praxiseinsätzen von Humanoiden.

Digit, der Humanoide von Agility Robotics, ist bereits in großen Stückzahlen vorwiegend in Logistikzentren wie bei Amazon und GXO im Einsatz. © Messe München GmbH

USA mit Vorreiterrolle in der Technologieentwicklung

Wie Digit kommen weitere hochentwickelte Humanoide aus den USA, darunter Atlas von Boston Dynamics, Optimus von Tesla, Figure 01 und 02 von Figure AI und Apollo von Apptronik. Sie alle arbeiten bereits in Piloteinsätzen in der Automobilindustrie. „Wir entwickeln die fortschrittlichsten und leistungsfähigsten humanoiden Roboter der Welt, die den Menschen auf sinnvolle und revolutionäre Weise zur Seite stehen“, sagt Jeff Cardenas, CEO und Mitbegründer von Apptronik. Aber viel Kapital und potente Mitstreiter sind nötig, um diese Entwicklungen voranzutreiben. Gerade konnte Apptronik eine Finanzierungsrunde von mehr als 350 Millionen Dollar abschließen. Kooperationen mit der NASA, NVIDIA, Google DeepMind und auf der Anwenderseite mit Mercedes-Benz und GXO Logistics sollen sicherstellen, dass Apptronik in diesem Zukunftsmarkt weiter ganz vorne mitspielen wird.

Deutschland mit Aufholbedarf bei humanoider Robotik

Zwar spielt Deutschland auf dem Weltmarkt für Humanoide keine Schlüsselrolle, dennoch belegt die automatica, dass es auch hier vielversprechende Entwicklungen gibt. Denn neben dem 4NE-1 von Neura Robotics, der bereits 2023 auf der automatica debütierte, werden dieses Jahr weitere Humanoide den Weg nach München finden. Einer von ihnen kommt aus Köln und hört auf den Namen „Iggy Rob“. Igus bietet seinen ersten humanoiden Roboter für knapp unter 50.000 Euro an. Möglich wird dies nach Herstellerangaben durch die Kombination aus hauseigenen Komponenten wie den ReBeL Cobots für die Roboterarme und der mobilen Basis ReBeL Move. Sein Einsatzspektrum reicht von der Assistenzrobotik über Fabrikautomation bis hin zu Bildung und Forschung. Igus will Iggy Rob im eigenen Unternehmen für die Automation von Spritzgießmaschinen nutzen.

Der igus Humanoide Iggy Rob zeigt auf der automatica, was er zu leisten im Stande ist. 
© Messe München GmbH

Mit Spannung erwartet wird auch der Messeauftritt des Instituts für Robotik und Mechatronik des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt. Hier forscht man intensiv an der Weiterentwicklung in der humanoiden Robotik. Die jüngsten Ergebnisse werden auf der automatica zu sehen sein. Aufhorchen lässt auch die jüngst geschlossene Kooperation des Instituts mit Siemens. „Diese strategische Partnerschaft ist ein weiteres Beispiel für Transfer von Robotiktechnologien aus der Raumfahrt in industrielle Anwendungen“, sagt Institutsleiter Alin Albu-Schäffer. „Die enge Vernetzung mit führenden deutschen Industriepartnern wie Siemens ist essenziell, um die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Robotik auch in der Zukunft, angesichts der rasanten Entwicklungen in USA und China, zu sichern.“

Humanoide Roboter: ein gigantischer Wachstumsmarkt

Tesla sieht sich mit seinem humanoiden Roboter Optimus als Technologieführer. Dieser bewegt sich elegant, ist schnell und besitzt eine hochflexible Fünffinger-Hand. Musk hält Einsätze im Haushalt oder in der Kinderbetreuung bald für möglich und auch Goldman Sachs sieht für den weltweiten Markt für Humanoide hohes Potential. Demnach könnte dieser bis 2035 auf 38 Milliarden US-Dollar steigen. Neben US-amerikanischen Unternehmen verfolgt auch die Volksrepublik ambitionierte Ziele und will innerhalb der nächsten drei Jahre zum Weltmarktführer im Bereich humanoider Roboter aufsteigen. Mittelfristig sollen in China fünf Prozent aller Jobs von Humanoiden übernommen lassen. Das würde dem Einsatz von rund 35 Millionen Einheiten entsprechen. Bereits heute sind in Chinas Unternehmen Humanoide von Unitree, AgiBot, Engine AI, Fourier oder Ubtech in unterschiedlichen Applikationen und Branchen im Einsatz.

Optimus kann mit seiner Fünffinger-Hand mit 22 Freiheitsgraden anspruchsvolle Aufgaben übernehmen. © Messe München GmbH

Branchenprimus Unitree bringt als einer der ersten Hersteller weltweit mit dem G1 einen kleinen Humanoiden zum spektakulär niedrigen Preis auf den Markt. So soll die Basisversion des 1,3 Meter großen und 35 kg leichten G1 in China nur 16.000 Euro kosten, hierzulande werden dann daraus wohl eher knapp 30.000 Euro. Und je nach Ausbaustufe kann sich dieser Preis schnell mehr als verdoppeln. Das Interesse am G1 ist groß, wie Unitree-Marketingmanagerin Qian Yuqi verrät: „Es gibt bereits Bestellungen aus dem In- und Ausland. Zunächst dürften vor allem wissenschaftliche Forschungseinrichtungen unseren Roboter einsetzen, aber auch Industriebetriebe können sich vorstellen, G1 für einfache Arbeiten zu nutzen.“

Die Entwicklung zeigt: Die Zeit für Humanoide und damit für eine neue Ära der Automation ist gekommen. Dank KI sind sie bereits jetzt in der Lage, einen Teil der Aufgaben zu übernehmen, die bislang Menschen vorbehalten waren. Die automatica verspricht spannenden Einblicke, was Humanoide zu leisten im Stande sind und wie ihr Einsatz die Arbeitswelt beeinflussen kann.

Der Humanoide Atlas von Boston Dynamics zählt zu den technologisch am weitesten fortgeschrittenen Robotern. © Messe München GmbH